Zuchthündinnen
Deckzeitpunktbestimmung:
Bester Deckzeitpunkt: größte Fruchtbarkeit und größte Welpenzahl bei einmaliger Bedeckung
Fertile Periode: Zeitraum, in der die Bedeckung mit annähernd gleich hoher Wahrscheinlichkeit zur Trächtigkeit führt.
Die Fertile Periode erstreckt sich über 8 Tage: drei Tage vor dem Tag der Eisprünge bis 4 Tage danach.
Unter günstigen Voraussetzungen liegt die Fruchtbarkeit in dieser Periode über 90%.
Empfohlene Decktage: Erster bis vierter Tag nach den Eisprüngen: Das Duldungsverhalten der Hündinnen ist in dieser Zeit besser ausgeprägt, als vorher. Ziel beim Bedecken: Zweimalige Bedeckung mit „Hängen“ (=“Knoten“) des Rüden innerhalb der fertilen Periode bzw. den empfohlenen Decktagen.
Beachte:
Wenn eine Hündin sich decken lässt, kann man (abgesehen von wenigen Ausnahmen) davon ausgehen, dass sie sich in der Fertilen Periode befindet.
Bester Deckzeitpunkt nach dem Tag der ersten Blutungen:
- bei 46% der Hündinnen am Tag 12 – 14 nach den ersten Blutungen
- kann allerdings auch schon am 7. oder erst am 22. Tag liegen
- vereinzelt sind noch größere Variationen möglich
Deckzeitpunktbestimmung ohne weiterführende Untersuchungen:
Zwei Tage vor den Eisprüngen (2-3 Tage vorher bis 3-4 Tage nachher) sind folgende Anzeichen bei der Hündin zu erkennen:
- Beginn des Östrus (= Zeit der Duldungsbereitschaft)
- Duldung
- Horizontale Falten auf der Vulva
- Ende der Läufigkeitsblutung
Optimaler Deckzeitpunkt: 4 (0-7) Tage nach dem ersten Auftreten dieser Symptome. Nachteile: ungenau; nicht bei jeder Hündin treten alle Symptome auf.
Deckzeitpunktbestimmung anhand des Serum-Progesteronspiegels:
- Erste Blutprobenentnahme zwischen 7. und 10. Tage der Läufigkeit (nach erster Blutung)
- Wiederholte Blutprobenentnahme im Abstand von 2 bis 3 Tagen, bis der Progesteronwert > 1 ng/ml ist
- Sinnvollerweise noch weitere Blutproben entnehmen, bis Progesteron > 5 ng/ml ist, da erst ab diesem Wert sicher ist, dass Eisprünge stattgefunden haben
Anmerkungen:
Beweisend für Ovulationen ist ein Progesteronwert > 8 – 10 ng/ml; Maximalwerte von Progesteron liegen zwischen 15 und 90 ng/ml. Bei manchen Hündinnen steigt Progesteron um einen Tag schneller, bei anderen bis zu mehreren Tagen langsamer. Daher sind wiederholte Proben sinnvoll, bis ein Progesteronwert > 5 ng/ml erreicht ist.
Achtung:
der von vielen Tierarztpraxen angebotene „Farbtest“ zur Ermittlung des Progesteronwertes ist absolut unzuverlässig und ungenau, es muss immer ein sog. numerischer oder Zahlenwert bestimmt werden!
Bedeckung:
- Aufreiten des Rüden auf die Hündin
- Eindringen des Penis in die Scheide der Hündin
- „Hängen“ bzw. „Knoten“: Der Bulbus glandis, ein besonderer Schwellkörper im hinteren Bereich des Penis, schwillt so stark an, dass er sich fest im Scheidenvorhof der Hündin verankert und somit Rüde und Hündin fest miteinander verbunden sind. Dieser Vorgang kann bis zu einer Stunde dauern (normalerweise 10 bis 20 Minuten).
- „Umsteigen“: Der Rüde stellt sich während des „Knotens“ zunächst mit den Vorderbeinen auf eine Seite der Hündin und steigt dann mit einem Hinterbein über den Rücken der Hündin. Nun stehen beide Tiere in entgegengesetzter Richtung blickend zusammen, bis die Erektion des Rüden nachlässt und sie sich wieder trennen können.
- Ohne „Hängen“ oder “Knoten“ sind die Aussichten auf eine Trächtigkeit deutlich reduziert.
Eine weitere Untersuchung zur Bestimmung des Deckzeitpunktes ist die sog. Vaginoskopie. Anhand des Aussehens der Vaginalschleimhaut kann beurteilt werden in welchem Zyklusstadium sich die Hündin befindet.
Vaginalzytologie
Durch Entnahme eines Abstriches von Zellen aus der Vagina kann der Tierarzt anhand des Zellbildes bestimmen, in welchem Zyklusstadium sich die Hündin befindet.